China und Dubai, Juli 2009



Die längste Sonnenfinsternis des Jahrhunderts fand am 22. Juli 2009 statt. Die besten Chancen, dieses Ereignis zu beobachten und gleichzeitig einen interessanten Urlaub zu verbringen, bestanden in Shanghai. Bis zu fünfeinhalb Minuten verdeckte der Mond dort die Sonne. Aber natürlich wollte ich noch mehr von China sehen, wenn ich schon einmal dort war, so dass zuerst eine Rundreise zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf dem Programm stand. Um den langen Flug so angenehm wie möglich zu gestalten, bot sich Emirates an - und die fliegen nun einmal über Dubai, wo sich ein Zwischenstopp auf dem Rückflug anbot. Aber der Reihe nach!



Flug




Peking


Der Flug von Frankfurt/M. nach Dubai im nicht einmal halbvollen Flugzeug war sehr angenehm. Ich hatte drei der geräumigen Sitze für mich allein und nur das Problem zu lösen, welchen der rund 600 zur Verfügung stehenden Filme ich mir zuerst ansehe. Die Flugroute führte über den offensichtlich wieder sicheren Irak und Kuwait, wo die Fackeln der Ölquellen die Nacht erhellten. Nach sechs Stunden ging es dann schon hinab ins Lichtermeer Dubais und hinein ins neue Terminal 3 des Flughafens. Die Zeit bis zum Weiterflug nach Peking verging schnell im riesigen Duty-Free-Bereich. Und dann gab es beim Einsteigen dieses kleine Problem mit meiner Bordkarte. Aber eigentlich war es kein Problem, denn plötzlich saß ich in der Business-Class. Toll, denn dort gab es Liegesitze, riesige Bildschirme und noch mehr Platz. Dumm nur, dass ich den halben, ebenfalls sechsstündigen Flug verschlafen habe. Aber pünktlich zum reichhaltigen Frühstück war ich wieder wach. Wäre es verwunderlich, wenn ich an dieser Stelle erwähne, dass jeder Passagier in der Business-Class eine komplett gefüllte Waschzeugtasche erhielt? In Peking war es inzwischen Nachmittag, und ich war insgesamt 27 Stunden nach der Abreise in Chemnitz am ersten Ziel angekommen. Doch vor dem Verlassen des Flugzeuges mussten erst noch alle eine Gesundheitskontrolle bestehen - und vor Verlassen des Flughafens noch drei weitere. Ich darf nun behaupten, dass ich schweinegrippefrei bin!

Gleich am Nachmittag stand noch ein Ausflug an, und der erste Eindruck von China lässt sich wie folgt zusammenfassen: viele Menschen, viel Verkehr und warm! Aber die weiteren Eindrücke waren durchweg positiv: freundliche Menschen, gutes Essen und alles - inklusive der Luft - sehr sauber. In den nächsten Tagen ging es dann zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie dem Platz des himmlischen Friedens, dem Kaiserpalast, dem Himmelstempel, dem Nationalstadion und den Gräbern der Ming-Kaiser. Den Höhepunkt des Aufenthaltes in Peking bildete allerdings der Besuch auf der Großen Mauer. Das Teilstück am Juyong-Pass rund 50 Kilometer vor der Stadt ist vielleicht nicht besonders groß, dafür aber sehr steil.




Xi'an




Guilin


Die nächste Station auf der Reise war Xi'an. Obwohl die Stadt auch mehrere Millionen Einwohner hat, ging es hier deutlich familiärer zu als in Peking. Wirklich faszinierend ist die gut erhaltene Stadtmauer mit ihren Türmen, die die Stadt rechteckförmig umschließt. Morgens und abends treffen sich die Menschen in den Parks zum Sport treiben. Die Hauptattraktion von Xi'an ist natürlich die Terrakotta-Armee. In drei großen Hallen werden dort nach wie vor tausende Krieger aus Ton ausgegraben.

Schon nach einem Tag ging es weiter in die südchinesische Stadt Guilin - für chinesische Verhältnisse eine gemütliche Kleinstadt. Guilin beeindruckt einerseits durch seine Lage an mehreren Flüssen und Seen. Abends sind die Ufer und zahlreiche Nachbauten von Brücken aus aller Welt bunt beleuchtet. Andererseits ist die Karstlandschaft in der Umgebung einfach einzigartig. Schon die Hügel in der Stadt sind etwas besonderes, aber so richtig bizarre Felsformationen findet man erst entlang des Li-Flusses südlich von Guilin.




Chongqing




Jangtse


Nach anderthalb Tagen hieß es schon wieder Abschied nehmen, denn der nächste Fluss wartete schon. Doch vor Beginn der dreitägigen Kreuzfahrt auf dem längsten Fluss Asiens, dem Jangtse (oder wie die Chinesen sagen, dem Changjiang, dem langen Fluss), verbrachte ich einen halben Tag in der weltgrößten Stadt, Chongqing. Hier leben 33 Millionen Menschen, und die Fläche entspricht der Österreichs. Die Temperatur übertraf die in allen vorher besuchten Städten. Bei über 40 C konnte man erst abends das Hotel verlassen. Aber das war nicht weiter schlimm, da es außer den unzähligen Hochhäusern nicht viel zu sehen gab. Idealerweise befand sich unweit des Hotels ein Aussichtsturm, von dem man einen hervorragenden Blick auf die Stadt hatte.

Am darauffolgenden Morgen begann dann die 700 Kilometer lange Schiffsreise nach Yichang. Auf der Strecke durchquert man die Drei Schluchten und zuletzt die Schleusen am gleichnamigen Staudamm. Praktisch während der gesamten Fahrt befindet man sich auf dem Stausee. Doch die Schluchten sind nach wie vor eng genug und mit bis zu 1000 Meter hoch aufragenden Bergen ein Erlebnis. Ein Ausflug führte auf einen Tempelberg. Erst auf den letzten Kilometern vor der Staumauer wird der Jangste wirklich breit. Die folgende Fahrt durch die fünfstufige Schleuse mit einem Höhenunterschied von 113 Metern dauert über drei Stunden. Kurz vorm Ende der Kreuzfahrt können Schleuse und Staumauer besucht werden.




Shanghai




Dubai


Von Yichang ging es mit dem Flugzeug direkt nach Shanghai. Im Flugzeug befanden sich ausschließlich Europäer und Amerikaner, die nur noch ein Ziel hatten: die Sonnenfinsternis. Das Wetter in Shanghai sah gut aus, und es blieben noch ein paar Tage für die Sehenswürdigkeiten. Neben der Altstadt sind das natürlich die Wolkenkratzer im Stadtteil Pudong, darunter einige der höchsten Gebäude der Welt wie z. B. das Shanghai World Financial Center. Überall in der Stadt befinden sich Baustellen, sodass bspw. der berühmte Anblick der Bund-Promenade nur vom gegenüber liegenden Ufer des Huangpu-Flusses zu genießen war. Eine richtig tolle Atmosphäre herrschte in der Haupteinkaufsstraße Nanjing Lu. Ein Stück außerhalb der Innenstadt beginnt die Transrapid-Strecke. Auf ihr erreicht man den 31 Kilometer entfernten Flughafen mit bis zu 431 km/h in acht Minuten. Nun waren es nur noch wenige Stunden bis zur Sonnenfinsternis - und es begann zu regnen. Die Sonne war am Morgen zwar noch ein paar Mal zu sehen, aber ab 9 Uhr, ca. eine halbe Stunde vor der totalen Phase begann es unwetterartig zu schütten. Natürlich wurde es dann auch dunkel, aber die Sonne zeigte sich erst wieder am nächsten Morgen - dem Tag der Abreise.

Der Ärger über das verpasste Ereignis hielt sich sehr in Grenzen, denn in Dubai warteten schon die nächsten Erlebnisse. Noch am selben Tag ging es zum 828 Meter hohen Burj Chalifa, der allerdings noch nicht ganz fertig gestellt ist. Gleich neben dem höchsten Gebäude der Welt befindet sich eins der größten Einkaufszentren der Welt: die Dubai Mall mit einer Million Quadratmetern. Neben rund 1000 Geschäften befinden sich dort u. a. ein drei Etagen hohes Aquarium und ein Eisstadion. Vor der Mall der nächste Superlativ: die Dubai Fountain, das weltgrößte Wasserspiel. Die Fontänen bewegen sich nach Musik und sind bis zu 150 Meter hoch. Auch die nur gut halb so große Mall of the Emirates muss sich nicht verstecken. Hier befindet sich Ski Dubai, eine Skihalle mit 400 Meter langer Piste. Etwas wärmer, nämlich weit über 40 C, ist es im Freien. Am Strand bietet das rund 35 C warme Wasser kaum eine Abkühlung. Aber zum Glück gibt es ja gekühltes Wasser wie z. B. im Aquaventure-Park am Atlantis-Hotel auf der Insel The Palm Jumeirah. Dort kann man mit Delphinen baden, sich mit einem Reifen auf einem Wasserlauf treiben lassen oder eine der vielen Rutschen hinunterstürzen. Nach zweieinhalb Wochen ging damit der Urlaub zu Ende.


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