Atlantis beendet Besuch der ISS, 19. 6. 2007



ISS (l.) und Atlantis um 22.31 Uhr MESZ am Südosthimmel...

...um 22.29 Uhr MESZ am Südhimmel...

... und um 22.28 Uhr MESZ am Südwesthimmel

Mitte Juni 2007 brachte das Space Shuttle Atlantis bei der knapp 14-tägigen Mission STS-117 zwei neue Segmente der Steuerbord-Gitterstruktur (Starboard Truss Structure S3/S4) mit einem weiteren Paar Solarzellenflächen zur Internationalen Raumstation. Außerdem wurde Astronautin Sunita Williams, die mit über sechs Monaten im All einen neuen Langzeitflugrekord für Frauen aufstellte, durch ein neues Besatzungsmitglied an Bord der ISS ersetzt. Während der gesamten Mission war der Orbitalkomplex bei uns am Abendhimmel zu sehen. Beim letzten Überflug innerhalb der Sichtbarkeitsperiode am 19. Juni war es möglich, das Shuttle kurz nach dem Abkoppeln von der Raumstation zu beobachten. Eine kurzfristige Verlängerung der Mission hätte dieses seltene Ereignis fast verhindert.

Die Atlantis hatte um 16.42 Uhr MESZ von der ISS abgekoppelt, der Überflug war zwischen 22.27 Uhr und 22.31 Uhr über Chemnitz zu beobachten. Dabei tauchten beide Objekte in ca. 10 Höhe am Südwesthorizont auf und bewegten sich während der nächsten Minuten in einer maximalen Höhe von 15 am Südhimmel entlang, bevor sie bald darauf am Südosthorizont im Erdschatten verschwanden. Aufgrund der großen Entfernung und der Horizontnähe erreichte die ISS, die inzwischen deutlich größer als das Shuttle ist, eine Helligkeit von ca. 0m. Die etwas geringere Helligkeit der Atlantis war besonders gegen Ende des Überflugs zu bemerken. Auffällig war, dass die Raumstation in einem gelblichen Licht erschien, während das Shuttle strahlend weiß leuchtete.

Unmittelbar nach dem Abkoppeln umrundete das Shuttle die Raumstation einmal komplett in einer Entfernung von ungefähr 200 Metern. Im Laufe des Abends entfernte sich Atlantis dann bis auf ca. 75 km und flog der ISS hinterher (in den Bildern rechts). Zum Zeitpunkt der Beobachtung verliefen die Flugbahnen ca. 335 km über der Erde, aber rund 1500 km vom Beobachtungsort entfernt. Bei einem scheinbaren Abstand von ca. 1 muss die Entfernung zwischen Raumfähre und -station mindestens 30 km betragen haben.

Bei Heavens Above kann sich jeder die Daten für den nächsten Überflug an seinem Heimatort berechnen lassen.


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