Marsopposition 2003



Ende August 2003 kam es zur günstigsten Marsopposition seit 2000 Jahren - manche Quellen sprechen sogar von 56.000 Jahren. Mars näherte sich am 27. August um 11 Uhr MEZ der Erde auf nur 55,76 Mio. Kilometer. Am 28. August um 19 Uhr MEZ erreicht er dann die Oppositionsstellung, steht der Sonne also genau gegenüber. Zwar steht Mars durchschnittlich alle 779 Tage in Opposition zur Sonne, allerdings kommt es nur etwa alle 15 Jahre zu einer günstigen Perihelopposition. Grund dafür ist die Exzentrizität der Marsbahn, die für einen Planeten mit e=0,093 relativ groß ist. Liegen nun Oppositionstermin und Perihel, also der sonnennächste Bahnpunkt, welchen Mars diesmal am 30. August um 12 Uhr MEZ durchquert, zeitlich dicht beeinander, kommt es wie in diesem Jahr zu einer besonders guten Sichtbarkeit.

Mars erreicht einen scheinbaren Durchmesser von 25,1 " und leuchtet mit einer Helligkeit von -2,9 m. Er ist damit neben Sonne und Mond derzeit das hellste Objekt am Himmel. Momentan steht er im recht unscheinbaren Sternbild Wassermann tief am Südhorizont, wo er aufgrund seiner Helligkeit und der gelbroten Farbe sofort auffällt. Am 5. August entstanden die ersten Bilder (oben), auf denen deutlich die rote Farbe, eine helle Polkappe und eine dunkle Region in deren Nähe erkennbar ist. Auch erscheint Mars noch in einer leichten Phase, ist deswegen etwas länglich.

Am 17. August erscheint Mars schon deutlich größer (Bilder nicht maßstäblich) und runder. Immer noch deutlich zu sehen ist die Polkappe. Die anderen Oberflächendetails unterscheiden sich von denen, die auf den älteren Bildern zu sehen sind. Infolge der Rotation des Mars ist nun eine dunkle Region zu erkennen, die sich über den gesamten Planeten erstreckt. Mars dreht sich innerhalb von 24 Stunden und 37 Minuten einmal um seine Achse, daher sind im Laufe der Zeit unterschiedliche Formationen erkennbar.

Auf den Bildern vom 22. und 27. August sind nochmals mehr und andere Oberflächendetails zu sehen. Auffällig ist auch, dass die Polkappe deutlich kleiner geworden ist: sie schmilzt. Auch nach der Opposition lohnt ein Blick auf den Mars, denn er ist in den folgenden Wochen immer noch so nah wie sonst fast nie. Außerdem geht er dann schon früher auf, ist also eher am Abendhimmel zu sehen.

Die Bilder vom 30. September und besonders das Bild vom 20. November zeigen wieder eine deutliche Phase. Auf dem letzten Bild sind auch kaum noch Details zu erkennen, da die scheinbare Größe von Mars nur noch halb so groß wie zur Opposition ist. Trotzdem dominiert er mit einer Helligkeit von -1,4 m noch immer den Abendhimmel, bis ihn im Dezember Venus als auffälligstes Objekt ablöst.





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