Die Mondphasen

abnehmender Mond, zunehmender Mond



Mond Zehn Monate hat es gedauert bis die auf den folgenden zwei Seiten gezeigte Bilderserie fertig war. Das lag einerseits natürlich am Wetter, andererseits aber auch an meinen Schlafgewohnheiten. Schließlich sind aber doch diese 28 Bilder entstanden, die das wechselnde Aussehen des Mondes bei seinem Umlauf um die Erde im Abstand von jeweils rund einem Tag zeigen.

Wozu soll das jetzt gut sein? Ob es sinnvoll ist, eine derartige Bilderserie zu erstellen, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Ich jedenfalls fand es interessant, den Mond einmal bei seinem Lauf um die Erde zu verfolgen.

Verändert sich der Mond über einen solch langen Zeitraum nicht? Wenn man damit größere Oberflächenmerkmale wie Meere oder Krater meint, dann bleibt sein Aussehen unverändert. Immerhin hat es rund 4,5 Milliarden Jahre gedauert, bis der Mond sein heutiges Aussehen hatte, da machen zehn Monate mehr oder weniger auch keinen Unterschied mehr. Allerdings gibt es schon Effekte, die bei genauerem Hinsehen dem Mond ein etwas abweichendes Aussehen geben. Ich möchte da im Wesentlichen auf vier Punkte eingehen:

1. Das Wetter: Bei klarem Wetter sind einfach mehr Oberflächendetails erkennbar. Auch die Farbe wird etwas von der Wetterlage bestimmt.

Beispiel: Mond am 11. 11. 2000: etwas trübes Wetter

2. Die Jahreszeit: Im Winter verläuft die nächtliche Ekliptik viel steiler als immer Sommer, so dass der Vollmond dann viel höher steht. Dadurch beeinflusst wird auch die Neigung der Mondsichel in Horizontnähe. Schließlich kommt noch dazu, dass ein tief stehender Mond (z. B. Vollmond im Sommer) nicht so klar erscheint wie ein hoch stehender, da das Licht einen längeren Weg durch die Atmosphäre zurücklegen muss.

3. Die Libration: Dieser Begriff bedeutet, dass wir nicht immer genau den gleichen Teil des Mondes sehen. Natürlich sehen wir immer seine Vorderseite, aber an den Rändern ist mal etwas mehr von der einen, mal etwas mehr von der anderen Seite zu sehen. Ich möchte jetzt nicht erklären, wie die Libration zustande kommt (das würde hier zu weit führen), aber da sich die Librationsperiode im Vergleich zur Mondphase nur um ein paar Tage verschoben hat, ist auch dieser Effekt nicht sehr auffällig. Nur der geübte Beobachter erkennt Unterschiede, was aber eigentlich bei dieser Bilderserie eher interessant als störend ist.

Beispiel: Mond am 13. 10. 2000 und 7. 7. 2001: man beachte Form und Position des Mare Crisium (dunkle Ellipse am rechten Rand)

4. Die Umlaufzeit: Bekanntlich bezeichnet man den Zeitraum, den der Mond für einen Umlauf um die Erde benötigt, als Monat. Je nach Bezugspunkt unterscheidet man u. a. zwischen siderischem und synodischem Monat. Während der Mond von der Erde aus gesehen 27,32166 Tage benötigt, um wieder bei einem bestimmten Stern zu stehen (siderischer Monat), braucht er 29,53059 Tage, um wieder die gleiche Phase zu zeigen (synodischer Monat). Letztere Zeitspanne ist bei meiner Bilderserie von Bedeutung. Dabei wird deutlich, dass es bei Bildern aus verschiedenen Umläufen zu Verschiebungen von bis zu einem halben Tag kommen kann. Ich habe trotzdem versucht, diese Abweichungen möglichst klein zu halten.

Beispiel: Mond am 25. 5. 2001 und 26. 4. 2001: nur geringe Änderung der Phase

Ferner sind Unregelmäßigkeiten bei der Bildverarbeitung nicht ganz ausgeschlossen. Insgesamt bin ich aber der Meinung, dass die Bilder ganz ansehnlich geworden sind.

Eine Bemerkung noch: 2006 ist es mir endlich auch gelungen, den Bildern eine Aufnahme des Neumondes hinzuzufügen. Dieser ist nur zu sehen, wenn er sich während einer totalen Sonnenfinsternis vor die Sonne schiebt.

Wählen Sie nun eine der beiden Seiten aus, um die Einzelbilder zu sehen. Bei jedem Bild stehen Aufnahmezeit und Phase. Der Zahlenwert der Phase gibt an, welcher Anteil des Mondes beleuchtet ist.


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