Partielle Sonnenfinsternis am 31. Mai 2003



Blick nach OstenAugustusburg Nachdem mit dem Merkurdurchgang am 7. Mai und der totalen Mondfinsternis am 16. Mai schon zwei höchst interessante astronomische Ereignisse im Mai 2003 stattgefunden haben, war der Höhepunkt ganz klar die Sonnenfinsternis am 31. des Monats. Die ringförmige Finsternis war bei uns als partielle Finsternis zu erleben, bei der immerhin 80 % der Sonne vom Mond bedeckt wurden. Auch wenn die Sonne nicht vollkommen verfinstert erschien, war diese Finsternis etwas Besonderes. Da der Mondschatten zuerst den Nordpol passierte, ehe er auf die Erdoberfläche traf, bewegte er sich diesmal von Ost nach West. Außerdem war das Ereignis aufgrund dieser Tatsache in einem sehr breiten Gebiet zu sehen.


Sonnenaufgang BeobachtergruppeAn jenem Morgen fand ich mich um 3.15 Uhr am Katzenberg in Euba ein, da von hier der Blick auf die im Nordosten aufgehende Sonne recht gut sein würde. Ganz nebenbei war direkt gegenüber die Augustusburg zu sehen (Bild oben rechts). Bis Videokamera und Teleskop aufgebaut waren, verging eine ganze Weile, allerdings war noch genug Zeit, um die Planeten Mars, Uranus und Venus zu beobachten. Als es dann immer schneller hell wurde, ergab sich zudem die Möglichkeit, eine Kleinigkeit zu essen und das Farbenspiel der Morgendämmerung am Himmel zu genießen. In der letzten Viertelstunde vor Sonnenaufgang reisten noch ein paar Schaulustige an, jedoch schienen diese alles andere als vorbereitet zu sein. An Sonnenfilter für Kameras und Ferngläser hatten sie nicht gedacht, dabei war schon wenige Minuten nach Sonnenaufgang ein Schutz für Augen und Geräte unverzichtbar. Ich benutzte Folienfilter auf Videokamera und Fernglas sowie einen Glassonnenfilter am Teleskop.

Um 5.06 Uhr MESZ war es dann endlich soweit: die schon zu knapp 50 % verfinsterte Sonne passierte als glutrote Sichel bei bestem Wetter die Horizontlinie (Bild rechts: 5.10 Uhr). Zuerst wirkte sie noch etwas verschwommen und besonders im Teleskop flimmerte das Bild sehr stark, was auch bei den Bildern in der oberen Reihe des folgenden Bildes zu sehen ist.

Verlauf der SonnenfinsternisIn einer Höhe von 2  über dem Horizont erreichte die Finsternis schon 20 Minuten später mit 80 % Bedeckung ihre maximale Phase. Das nebenstehende Bild zeigt den Verlauf der Finsternis, aufgenommen mit der Videokamera. Die Zeiten: oben von links: 5.19 Uhr, 5.25 Uhr (Maximum), 5.28 Uhr, 5.33 Uhr, unten von links: 5.40 Uhr, 5.50 Uhr, 6.04 Uhr, 6.17 Uhr (man beachte die beiden Sonnenfleckengruppen im letzten Bild rechts und links).

Um 6.24 Uhr gab der Mond die Sonnenscheibe dann wieder vollständig frei, während die meisten anderen Beobachter, die im Bild oben links gerade noch neugierig an meinen Teleskop standen, längst verschwunden waren. Genau in diesem Moment zogen dann auch ein paar leichte Wolken an der Sonne vorüber, die aber erst ab Mittag zu vorüber gehenden Regenfällen führten.

Verlauf der SonnenfinsternisAm Teleskop entstanden die nebenstehenden Bilder: 5.20 Uhr (o. l.), 5.35 Uhr (o. r.), 5.42 Uhr (u. l.) und 6.11 Uhr (u. r.).

Im Vergleich zur Sonnenfinsternis 1999 war ich diesmal zweifelsfrei besser ausgerüstet. Zudem war auch das Wetter deutlich besser als damals. Deswegen möchte ich diese Finsternis als ähnlich eindrucksvoll bezeichnen. Zwar fehlte das Erlebnis der Totalität, und ein Helligkeitsunterschied zwischen Sonnenaufgang und maximaler Bedeckung war auch nicht auszumachen. Trotzdem war es ein tolles Erlebnis. Und ganz nebenbei: für einen Beobachter in Chemnitz war der Bedeckungsgrad 1999 ungefähr genau so hoch wie diesmal - nur dass man diesmal die Sonne auch sehen konnte und keine Wolken den Blick versperrten.


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