Venus 2004

Beobachtung der Phasen und Sichtbarkeit im Jahresverlauf



Am 8. Juni 2004 fand das seltene Ereignis eines Venustransits statt. Wie schon beim Merkurtransit im Mai 2003 zog ein innerer Planet vor der Sonne vorbei. Bis zum Tag des Transits zeigte sich Venus das ganze Jahr als strahlender Höhepunkt des Abendhimmels. Besonders reizvoll war es dabei, die Phasen und Größenänderung des Planeten zu verfolgen. Auch die generelle Sichtbarkeit soll hier beschrieben werden.

Im Gegensatz zu Merkur ist es bei Venus so, dass sie gänzlich ohne Hilfsmittel und Vorkenntnisse gesehen werden kann. Seit Dezember 2003 war es problemlos möglich, den Planeten kurz nach Sonnenuntergang als strahlend hellen, weißen Punkt am Südwesthorizont zu sehen. Mit einer Helligkeit von -4,0 m war Venus schon zu diesem Zeitpunkt Venus nach Sonne und Mond das hellste Objekt am Himmel und konnte im Teleskop sogar tagsüber beobachtet werden. Das war durchaus auch sinnvoll, da die Abendsichtbarkeit sehr begrenzt war. Bei einem scheinbaren Durchmesser von 11" und der horizontnahen Position war eine Beobachtung aber noch nicht sehr eindrucksvoll. Der Planet war mit 90 % noch fast voll beleuchtet, zeigte jedoch schon eine kleine Phase.


Bis Ende Februar hatten Helligkeit und scheinbarer Durchmesser zugenommen. Die -4,3 m helle und 18" große Venus war inzwischen auch deutlich länger am Abendhimmel zu sehen. Wie das kleine Bild rechts zeigt, war auch schon eine deutliche Phase erkennbar. Nur noch zwei Drittel des Planeten waren beleuchtet.




Am 31. März erschien Venus nur noch halb beleuchtet, was durch das nebenstehende Bild vom 27. März bestätigt wird. Am 29. März erreichte Venus mit 46 ihre größte östliche Elongation, also ihren größten Winkelabstand von der Sonne. Ihr scheinbarer Durchmesser betrug zu diesem Zeitpunkt 24". Neben Venus waren auch alle vier anderen mit bloßem Auge sichtbaren Planeten am Abendhimmel zu sehen, allerdings erreichte keiner auch nur annähernd ihre Helligkeit.

Nur zwei Tage später ergab sich ein beeindruckender Himmelsanblick, als Venus den offenen Sternhaufen der Plejaden passierte (Bild links unten). Dabei war die Bewegung des Planeten besonders gut zu beobachten. Ende April wurde auch Mars von Venus überholt. Dabei konnte der Helligkeitsunterschied zwischen den Planeten gut beobachtet werden.


Am 11. Mai strahlte Venus mit -4,5 m immer noch in ihrer größten Helligkeit, die sie am 2. Mai erreichte. Inzwischen zeigte sie bei einem scheinbaren Durchmesser von 42" eine deutliche Sichelgestalt (Bild rechts). Allerdings zog sie sich langsam vom Abendhimmel zurück, war aber noch einige Tage tief am Nordwesthorizont zu beobachten. Am 21. Mai, als sie vom zunehmenden Mond bedeckt wurde, war sie auch am Taghimmel aufzufinden. Allerdings war auf Grund des Wetters keine Beobachtung möglich.

Innerhalb einer Woche war der Durchmesser weiter deutlich gestiegen. Bei Einbruch der Dunkelheit stand Venus schon sehr tief am Nordwesthimmel. Zum Ende ihrer abendlichen Sichtbarkeit bewegte sie sich immer schneller auf die Sonne zu. Mit dem Fernglas war es noch bis zum 5. Juni möglich, sie kurz nach Sonnenuntergang aufzufinden.


Am Vormittag des 8. Juni fand dann ein Vorübergang vor der Sonne statt. Venus stand dabei genau zwischen Erde und Sonne. Da sie einen scheinbaren Durchmesser von 58" erreichte, war es prinzipiell möglich, sie mit bloßem Auge zu sehen - falls man geeignete Schutzmaßnahmen ergriffen hatte. Weitere Informationen und Bilder finden Sie auf einer separaten Seite.

(Alle Bilder auf der rechten Seite wurden mit 667-facher Vergrößerung aufgenommen und sind maßstäblich dargestellt.)




Home, zurück