Venustransit 2004



Nach dem Merkurtransit im letzten Jahr fand am 8. Juni 2004 das noch seltenere Ereignis eines Venustransits statt. Während Merkur 13 bis 14 Mal pro Jahrhundert genau zwischen Erde und Sonne steht, war dies bei Venus in den letzten 121 Jahren überhaupt nicht der Fall. Somit hat kein heute lebender Mensch dieses Ereignis schon einmal beobachten können. In 243 Jahren sind nur maximal vier Transite zu erleben, und zwar im Abstand von acht, 121,5, acht und 105,5 Jahren.

Ein Transit ereignet sich dann, wenn Sonne, Venus und Erde auf einer Linie stehen. Dies müsste alle 584 Tage passieren, nämlich dann, wenn Venus die Erde auf ihrem Weg um die Sonne überholt, also in unterer Konjunktion steht. Da aber die Venusbahn gegenüber der Erdbahn um 3,4 geneigt ist, kommt es nicht bei jeder unteren Konjunktion zu einem Transit, sondern nur dann, wenn Venus zu diesem Zeitpunkt nahe eines ihrer Bahnknoten steht.

Am 7. Juni 2004 passierte Venus um 17 Uhr MESZ einen ihrer Bahnknoten. Da sie am 8. Juni 2004 um 11 Uhr MESZ in unterer Konjunktion stand, kam es zum Venustransit. Die beiden Planeten waren zu diesem Zeitpunkt 43 Mio. Kilometer voneinander entfernt.

Bei bestem Wetter begann Venus um 7.19 Uhr MESZ, sich vor die Sonne zu schieben. Nun dauerte es bis 7.39 Uhr, bis sie vollständig vor der Sonne stand. Da der Planet trotz seines scheinbaren Durchmessers von 58" nur 0,1 % der Sonne bedeckte, war ein Helligkeitsunterschied nicht bemerkbar. In den folgenden Stunden wanderte Venus als dunkler Fleck über die Sonnenscheibe. Dieser Vorgang konnte sogar mit bloßem Auge beobachtet werden. Allerdings waren geeignete Schutzmaßnahmen erforderlich, um den punktförmigen Planeten zu sehen. Eine Brille mit spezieller Folie war unverzichtbar. Bei der Beobachtung mit dem Teleskop oder Fernglas konnten Augen- und Technikschäden nur durch einen Objektivsonnenfilter wirksam verhindert werden.

Um 10.22 Uhr erreichte Venus mit knapp 11' den geringsten Abstand vom Mittelpunkt der Sonne. Der Austritt begann 13.03 Uhr und endete 13.23 Uhr MESZ. Die Bestimmung dieser Zeiten wurde durch die immer stärker werdende Luftunruhe gestört. Jedoch trat das sogennante Tropfenphänomen, welches ein Verschwimmen der Ränder bewirkt, fast nicht auf.

Die folgenden Bilder zeigen den Verlauf des Transits. Im oberen Bild ist der Beginn des Durchgangs zu sehen. Die untere Bilderserie zeigt fast den gesamten Transit und illustriert besonders gut die Größenverhältnisse zwischen Sonne und Venus.



Der nächste Venustransit ereignet sich am 6. Juni 2012. Allerdings ist dann kurz nach Sonnenaufgang nur das Ende zu beobachten.


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